Die ersten Schritte sind erfolgt!

Edelreiser von alten Sorten

Leider nehmen es manche Baumschulen mit der Sortenechtheit ihrer gelieferten Bäume nicht so genau. Besonders seltene Sorten, das lehrt uns die Erfahrung, bekommt man nur schwer zu kaufen.

Im Januar 2015 wurden deshalb wieder von ca. 65 Apfel- und Birnensorten im Projektgebiet die Edelreiser geschnitten und zur Weitervermehrung auf Sämlingsunterlage und Stammbildner zu einer Baumschule gebracht.

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Schon ab Ende Oktober 2015 werden wieder Jungbäume für Nachpflanzungen im Landkreis Nürnberger Land zur Verfügung stehen.

Streuobstanbau ist die nachhaltigste Art Obst zu erzeugen. Wer eine Obstwiese erhält und pflegt oder eine neue Wiese anlegt, der leistet einen direkten Beitrag zur Artenvielfalt und zum Klimaschutz. Wir beraten sie gerne!

Auch 2016 findet wieder eine Ausbildung zum „Zertifizierten Landschafts- Obstbaumpfleger“ statt. Näheres unter:http://www.streuobstinitiative-hersbruck.de/kurse.html

 

Inzwischen sind weitere Umsetzungen erfolgt

Die ersten etwa 40 Altbäume auf Hutangern und Allmendflächen, die uns besonders wertvoll erscheinen, wurden für einen Pflegeschnitt ausgesucht. Dieser soll im Februar/ März 2014 erfolgen.

Wie schon im letzten Winter sollen auch jetzt im Februar wieder Reiser von alten, seltenen Bäumen geschnitten und veredelt werden.
Wir denken an ca. 30 verschiedene Sorten.

Um die kontinuierliche Pflege besonders der neu gepflanzten, aber auch alter Bäume zu fördern, haben wir eine Ausbildung zum „Zertifizierten Landschaftsobstbaumpfleger“ konzipiert. Das erste Modul hat bereits begonnen. Wir freuen uns natürlich sehr, dass der erste Durchgang 2014 schon ausgebucht ist! Näheres unter Aktuelles.

Auch mit den Neupflanzungen kommen wir gut voran. Auch hier Näheres unter Aktuelles.

Reiser und Veredelung

Reiser schneidenBlauapfel, Königlicher Kurzstiel, Roter Stettiner… Von rund 20 seltenen alten Sorten, die bei der Kartierung im letzten Herbst bestimmt worden waren, haben Mitglieder der Streuobstinitiative zusammen mit Kreisfachberater Peter Renner im Januar 2013 Reiser geschnitten. Auch mehrere bisher nicht sicher bestimmbare Sorten sind darunter.

Aus den Reisern von 15 Sorten zieht eine Baumschule in Poxdorf nun als sogenannte Auftragsveredelungen neue Hochstämme heran. Die Reiser wurden im Frühjahr auf schon vorgezogene Bäumchen, die aus einer starkwachsenden Sämlingsunterlage und einem „Stammbildner“ bestehen, veredelt. So stehen jetzt im Herbst 2013, ca 60 junge Bäume für Pflanzungen zur Verfügung.

Folgende Sorten wurden veredelt: Blauapfel, Damason Renette, Deans Küchenapfel, Galloway Pepping, Geflammter Kardinal, Grüner Stettiner, Kleiner HerrenapfelKöniglicher Kurzstiel, Kugelapfel, Pojnik, Ribston Pepping, Roter Stettiner, Roter Bellefleur, Rötliche Renette, Trenkle Sämling.
Bei den verbreiteten Sorten können wir im Fall größerer Nachfrage auch auf das Sortiment entsprechender Baumschulen zurückgreifen.

Einige unbekannte Sorten wurden auf Mehrfruchtbäume im Sortengarten der Streuobstinitiative veredelt, wo ihre Entwicklung in den kommenden Jahren unmittelbar beobachtet und ihr Bestand vorläufig gesichert werden kann.

ReiserschneidenWarum nun dieser relativ umständliche Weg der Auftragsveredelung?

Immer wieder wurde über die mangelnde Sortenechtheit der gelieferten Obstbäume geklagt. Auch bei uns stimmten Etikett und Sorte nicht immer überein. Um den Erhalt besonderer Sorten besser zu gewährleisten, haben wir nun diesen Weg der Vermehrung gewählt.

Voraussichtlich werden wir ab 2014 auch vor Ort Reiser veredeln lassen können: Die Baumschule Geiger aus Hersbruck hat dazu Unterlagen aufgepflanzt, die dann zur Verfügung stehen. So sollen in den kommenden Jahren bis zu 100 Bäume jährlich für Pflanzungen gewonnen werden – für kommunale wie für private.

Flächensuche

Dazu brauchen wir natürlich Flächen und Standorte! Mitte Juni 2013 ist deshalb ein Schreiben an alle Bürgermeister des Landkreises versendet worden, das die Kommunen für mögliche Flächen in ihrer Gemeinde sensibilisieren soll – seien es nun Ausgleichspflanzungen, Flurneuordnungen, Verjüngung älterer Streuobstbestände oder auch Aufwertung bestimmter Standorte mit einem einzelnen Baum.

Besonders sind uns aber auch engagierte Privatleute willkommen. Eine Wiese, auf der noch kein Obstbaum steht – oder nur überalterte? Eine Geburt, zu der man früher traditionell ein Bäumchen pflanzte; ein 18. Geburtstag oder eine Hochzeit – Wendepunkte, die am Beginn eines neuen Lebensabschnitts stehen, der vom Gedeihen eines Baumes begleitet werden könnte? Sicher gibt es viele Ecken bei uns, für die ein Obstbaum ein Gewinn wäre. Für eine Standort- und Sortenbeschreibung steht die Kreisfachberatung im Landratsamt Nürnberger Land sowie die Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V. gerne zur Verfügung.

Pflege

Wo auch immer der junge Baum wächst, neben der fachmännischen Pflanzung braucht er besonders in seinen ersten etwa zehn Lebensjahren eine regelmäßige Pflege: Freihalten von Bewuchs in der unmittelbaren Stammumgebung und anfangs jährlicher Schnitt sind das Wichtigste. Viele der seit Jahren bei Ausgleichsmaßnahmen gepflanzten Bäume haben diese Pflege nicht erhalten und kümmern nun vor sich hin – aber auch private Bäume. Darum ist uns so sehr daran gelegen, dass die Bäume auch nach der Pflanzung weiter begleitet werden. Etwas Fachwissen gehört schon dazu, ein Buch mit sieben Siegeln ist es aber nicht. Die Streuobstinitiative bietet dazu jährlich Wochenendkurse (siehe www.streuobstinitiative-hersbruck.de) an. Auch ist eine Fortbildung speziell für Bauhofmitarbeiter und in der Landschaftspflege tätige Vereine angedacht.

Pflanzungen seit Herbst 2012

Der Anfang ist gemacht, die ersten 51 der 1000 Obstbäume sind gepflanzt!

Noch im Herbst haben die ersten sechs Veredelungen auf dem Hutanger oberhalb des Molsberger Tals ihre neue Bleibe gefunden. Näheres im Hutangerblog.

StreuobstwieseOttmar Fischer (Streuobstinitiative Hersbruck) hat mit Schulklassen in Hersbruck und Reichenschwand sieben Apfelbäume gesetzt. Und in diesem Frühjahr folgten dann weitere private Pflanzungen in der Gemarkung Alfeld (27 Bäume), bei Appelsberg (3 Bäume), bei St. Helena und Winterstein (8 Bäume).

Wenn auch Ihnen ein Platz eingefallen ist, wo Sie einen oder mehrere kräftige Obstbäume gedeihen lassen und beernten möchten, melden Sie sich unter: gartenbau@nuernbergerland.de (Tel. 09123/9506531) oder ottmarfischer@web.de (Tel. 09154/8699)

Wie geht’s weiter?

Aus den Ergebnissen der Untersuchungen sollen in den kommenden Jahren drei Umsetzungsschritte gemacht werden:

  1. Soweit es sinnvoll ist, sollen im Bereich der Obstanger und Streuobstwiesen Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dies können z.B. die Freistellung einzelner Bäume oder die Mahd von Flächen sein oder auch der Erhaltungsschnitt an Obstbäumen.
  2. Von lokalen und regionalen Kostbarkeiten und Raritäten sollen Reiser gewonnen werden, die in Zusammenarbeit mit einer Baumschule veredelt werden. So kann Pflanzgut z.B. für die notwendige Ergänzungspflanzung an bestehenden Obstbeständen gewonnen werden. Diese Pflanzen können aber auch bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verwendet werden. Naturschutzbehörden und Landschaftsplaner und –architekten können damit einen Beitrag zum Erhalt der Sortenvielfalt leisten. Auch privaten Interessenten sollen diese Bäume auf Anfrage für die Anlage von Streuobstwiesen zugänglich gemacht werden.
  3. Wichtig ist uns außerdem, Interessierte zu finden, die sowohl Altbäume als auch Neupflanzungen pflegen und betreuen, entweder durch direkte Mitarbeit oder in Form von Patenschaften oder Spenden. Hierzu wollen wir ein Konzept erarbeiten.

Sobald die Umsetzung beginnt, werden wir Sie auf dieser Seite informieren.