Aktuelles

1000 Obstbäume für die Frankenalb – Eine Zwischenbilanz im Früjahr 2017

Unsere Vorfahren haben durch das Anlegen von Obstwiesen das ökologisch und klimatisch Vernünftigste getan. Denn Ökologen sind überzeugt, dass Streuobstwiesen die letzten wirklichen Grünlandrefugien sind, in denen viele hochbedrohte Arten der Feldflur eine ökologische Nische finden.

Vor dem Hintergrund, dass billiges Mostobst heutzutage aus den Plantagen Osteuropas, Konzentrate aus China und Tafelobst aus Übersee kommt, entdecken auch junge Menschen die Obstwiesen in Bezug auf Biodiversität und Nachhaltigkeit wieder neu.

Jeder, der eine Obstwiese pflegt, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt eines wichtigen Kulturguts, ein einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen und zudem eine wichtige genetische Ressource angesichts der großen Obstsortenvielfalt die man dort findet,

Die Streuobstinitiative Hersbrucker Alb, das Naturschutzzentrum Wengleinpark und der Landschaftspflegeverein Nürnberger Land möchten mit dem „1000 Obstbäume Projekt“ erreichen, dass diese Landschaftselemente für die Zukunft erhalten bleiben.

Das überaus große Interesse an unserem Kursprogramm und an der Bio- Streuobstvermarktung zeigt, dass wir mit unserer Öffentlichkeitsarbeit auf dem richtigen Weg sind. Alte Obstbäume werden wieder gepflegt und es wird auch fleißig nachgepflanzt.

Seit Herbst 2013 wurden immerhin 675 junge Obstbäume im Rahmen unseres „1000 Obstbäume Projekts“ gepflanzt. Hierbei handelt es sich überwiegend um Auftragsveredelungen seltener historischer Kernobstsorten, von denen nur noch wenige Bäume in Franken, bzw. im Nürnberger Land zu finden sind.

Weitere 350 Veredelungen von über 70 Sorten haben wir in diesem Frühjahr bei einer Baumschule in Auftrag gegeben, Bestellungen für ca. 100 Bäume liegen uns bereits vor.

Pom 200
Um den Schutz der Streuobstbestände noch effektiver und nachhaltiger zu gestalten und zu einem großflächigen Erhalt der Streuobstbestände im gesamten Nürnberger Land beizutragen, startet unsere Initiative ein groß angelegtes Vermarktungsprojekt von Bio-Streuobstprodukten, hergestellt von Streuobst aus dem gesamten Landkreis Nürnberger Land. Unterstützt wird vom Landkreis Nürnberger Land und der Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth.

Das Ziel des Projektes besteht darin, einen Schutz durch Nutzung zu erzielen: Durch das Bezahlen fairer Preise für Bio-Mostobst (25 €/100 kg statt des, für konventionelles Obst üblichen Marktpreises von 6-8 €/100 kg) soll die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung der Streuobstwiesen für deren Grundstücksbesitzer wieder attraktiv werden. Aus dem aufgekauften Obst entwickeln wir aktuell mehrere innovative Bio-Streuobstprodukte und werden diese in der Region Nürnberger Land sowie der Metropolregion Nürnberg vermarkten.

Da unsere Initiative ausschließlich Bio-Obst ankauft, tragen wir auf diese Weise nicht nur zum ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Erhalt der Streuobstwiesen bei, sondern auch zu einem Anwachsen nachhaltig bewirtschafteter Flächen.

POM 200
DE – ÖKO – 006 Genuss aus Leidenschaft Foto Marius Wittur

POM 200: Bio – Streuobst aus dem Nürnberger Land
Unter dem Namen „POM 200“ vermarkten wir ab sofort eine Bio- Apfelsaftschorle sowie eine Bio- Apfelschorle mit Bergamottearoma.
„POM 200“ – Geschmack aus Leidenschaft steht für weit über 200 Apfelsorten die wir im Nürnberger Land erhalten. Denn Leidenschaft ist was uns antreibt: leckere Bio- Produkte, aus Äpfeln der Streuobstwiesen im Nürnberger Land. Purer Genuss zum Schutz unserer charakteristischen, alten Kulturlandschaft und traditioneller Sortenvielfalt. Genießt den Geschmack von über 200 Apfelsorten! Jeder Schluck ist ein Beitrag zum Erhalt unserer Streuobstwiesen.

„POM 200“ bekommt ihr im Bio- Einzelhandel in unserer Region.
Näheres unter: www.pom200.de

Obstsortenausstellung im Deutschen Hirtenmuseum Hersbruck – „Historische Apfel- und Birnensorten in Franken“

Vom 18.09. – 25. 09. 2016 von 10.00 – 17.00 Uhr
(Obstsortenbestimmung nur am 18.September)

Im frühen 19. Jahrhundert war Franken die Wiege der deutschen Obstkultur.
Lernen Sie im Hirtenmuseum die Vielfalt der Apfel- und Birnensorten in Franken kennen.

Rund ums heimische Obst finden Sie am Markttag, am 18. September im Museum, Produkte von Obstbauern über Saft-Manufakturen, Imkern bis zu Brennern edler Schnäpse und Geister. Haben Sie Äpfel oder Birnen im Garten und wissen nicht, um welche Sorte es sich handelt? Dann nutzen Sie an diesem Tag unsere Sortenbestimmung und bringen Sie je drei bis fünf gut ausgefärbte Früchte mit Stiel von normaler Größe ins Museum mit.
Hier werden diese vom bekannten Pomologen und Dipl. Biologen Wolfgang Subal zwischen 10 und 18 Uhr bestimmt ( 1,- € pro sicher bestimmte Sorte).

Erfahren Sie am 25. September um 14 Uhr im Vortrag: „Engagement für ein blühendes Land“, wie und warum sich die Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V. für den Erhalt von alten Sorten einsetzt.
Die Obstsortenausstellung sowie die Sortenbestimmung sind eine Veranstaltung der Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e. V. und des Deutschen Hirtenmuseums Hersbruck.

Seminar zur Obstsortenbestimmung – Einführung in die Pomologie

Mit dem Pomologen Josef Wittmann

  • Samstag, 19.11.2016 von 9.00 – 16.00 Uhr
  • Ort: Tagungshaus, Gaststätte „Grüner Schwan“, Eschenbach 12, 91224 Pommelsbrunn
  • Seminargebühr: 35,- Euro, Mitglieder 30,- Euro
  • Kontakt und Anmeldung.
    Ottmar Fischer, Tel. 09154/8699 E-Mail: ottmarfischer@web.de

Pomona war die römische Göttin der Fruchtbäume!
Die Pomologie ist die Lehre von den Arten und Sorten der Früchte sowie deren Bestimmung und systematische Einteilung.

Der „Geflammte Kardinal“ – Streuobstsorte des Jahres 2016 im Nürnberger Land

Geflammter Kardinal - Streuobstsorte des Jahres 2016 im Nürnberger LandVerschiedene Organisationen bestimmen jährlich eine Streuobstsorte des Jahres, um mit dieser stellvertretend auf die Erhaltungswürdigkeit und Gefährdung unserer traditionell vorhandenen Obstsortenvielfalt hinzuweisen.

Die Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege und die Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V. haben den „Geflammten Kardinal“ zur Streuobstsorte des Jahres 2016 im Nürnberger Land gewählt.

Früher war der „Geflammte Kardinal“ sehr verbreitet und gehörte zu den besonders empfehlenswerten Apfelsorten im Königreich Bayern. Wegen seiner vielseitigen Verwertbarkeit fehlte er in fast keinem Bauerngarten. Leider ist er heute im Nürnberger Land zur großen Seltenheit geworden.

Der Baum wächst stark, ist anspruchslos gegenüber Klima und Boden, sowie widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlingen und kann ein hohes Alter erreichen.

Die mittelfrühe Blüte ist nicht frostempfindlich, sie ist allerdings ein schlechter Pollenspender. Es sollten also Apfelbäume in der Nähe stehen.

Die Früchte sind unterschiedlich groß, meist ungleichhälftig mit typischen Rippen, also nicht EU genormt. Dafür haben sie zur Reifezeit (Oktober – Januar) einen erfrischenden Geschmack und sind für jede Verwertung geeignet. Die vielen Synonyme wie: Tortenapfel, Strudelapfel, Backapfel zeugen von der Vielseitigkeit dieser Frucht.

Noch eine Besonderheit wäre erwähnenswert: In reifem Zustand lösen sich die Kerne in ihren Kammern und klappern beim Schütteln.

Deshalb zählt der „Geflammte Kardinal“ auch zu den sogenannten Klapper- und Schlotteräpfeln.

Leider wird die Sorte häufig von den Baumschulen falsch geliefert. Deshalb wird der Apfel von dem Sortenerhaltungsprojekt „1000 Obstbäume für die Frankenalb“ weitervermehrt. Hier gelangen Sie zum „Geflammten Kardinal“ in unserer Sortenübersicht

Edelreiser von alten Sorten

Leider nehmen es manche Baumschulen mit der Sortenechtheit ihrer gelieferten Bäume nicht so genau. Besonders seltene Sorten, das lehrt uns die Erfahrung, bekommt man nur schwer zu kaufen.

Im Januar 2015 wurden deshalb wieder von ca. 65 Apfel- und Birnensorten im Projektgebiet die Edelreiser geschnitten und zur Weitervermehrung auf Sämlingsunterlage und Stammbildner zu einer Baumschule gebracht.

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Schon ab Ende Oktober 2015 werden wieder Jungbäume für Nachpflanzungen im Landkreis Nürnberger Land zur Verfügung stehen.

Streuobstanbau ist die nachhaltigste Art Obst zu erzeugen. Wer eine Obstwiese erhält und pflegt oder eine neue Wiese anlegt, der leistet einen direkten Beitrag zur Artenvielfalt und zum Klimaschutz. Wir beraten sie gerne!

Auch 2016 findet wieder eine Ausbildung zum „Zertifizierten Landschafts- Obstbaumpfleger“ statt. Näheres unter:http://www.streuobstinitiative-hersbruck.de/kurse.html

 

Pflanzaktionen 2014

Insgesamt 186 Hochstämme, überwiegend alter Obstsorten, wurden im Rahmen des „1000 Obstbäume Projekts“ im Herbst 2014 im Landkreis gepflanzt. Allein 130 Bäume umfasste die Pflanzaktion der Sparkasse Nürnberg an drei verschiedenen Standorten in Bühl / Simmelsdorf, im Oberen Molsberger Tal und bei Unterferrieden (siehe Seite Presse).

PflanzungAmHimmel

Obstsortenkartierung

Ziel unserer Initiative ist es, eine möglichst große Obstsortenvielfalt zu erhalten.

Deshalb führten wir im Herbst 2014, zusammen mt dem Pomologen Wolfgang Subal, eine weitere Kartierung alter Kernobstsorten durch. Schwerpunkt im Projektgebiet war diesmal die Umgebung von Ellenbach  und Leutenbach; Orte, in denen der Landschaftsobstbau (vor allem Kirschen) bis in die 60er Jahre sehr verbreitet war – auch Birnen gedeien hier besonders gut.

Ellenbach Gemeindeanger Obstpflanzung 1861

Nochmal ca. 400 Obstbaumveteranen wurden bei dieser Aktion überprüft. Wir krochen dabei durch so manches Unterholz und wurden auch diesmal fündig. Neben schon bekannten und auch interessanten unbekannten Apfelsorten, entdeckten wir einige, relativ seltene, historische Birnensorten, wie z.B. die „Rote Pfalzgräfin“, die „Ulmer Butterbirne“, den „Großen Französischen Katzenkopf“, eine „Triumph von Vienne“- und in einer Hecke verborgen, die „Sommerapothekerbirne“.

sommer_apothekerbirne_fra_s0Großer Katzenkopf

Die „Sommerapothekerbirne“ und der „Große Französische Katzenkopf“ sind bereits in der berühmten „Pomona Franconica“ des fürstbischöflichen Hofgärtners Johann Prokop Mayer von 1786, abgbildet und beschrieben. Diese Ergänzungskartierung zeigte einmal mehr, welche Obstschätze bei uns eigentlich noch zu finden wären.

Zertifizierte Landschafts-Obstbaumpfleger sind einsatzbereit

Liebe Obstbaumfreunde/innen,
mit der schriftlichen und praktischen Prüfung fand die Ausbildung zum „Zertifizierten Landschaft – Obstbaumpfleger“ für 20 Teilnehmer ihren Abschluss.Obstbaumpfleger

Die erfolgreichen Lehrgangsteilnehmer/innen am 21. November 2014

Unsere „Landschafts-Obstbaumpfleger“ mit Zertifikat können Sie für Ihre Obstbäume buchen:

  • Andreas Roth, Pommelsbrunn, Tel. 0170/7857281
  • Andreas Bröckl, Simmelsdorf / Hüttenbach, Tel. 09155/9275594
  • Florian Deinhard, Kirchensittenbach / Kleedorf, Tel. 0151/15198409
  • Gregor Scheidel, Happurg Tel. 09151/8658264, mail: apfelgarten2012@web.de
  • Baumpflege Thomas Barczyk, Simmelsdorf, Tel.: 0177/5573779
  • Thomas Schneider, Lauf, Tel. 09123/12562; www.bio-bauer-schneider.de
  • Nathanael Kroll, Hersbruck, Tel.: 0172/4320989, mail: nkroll@gmx.de
  • Heiner Kaller, Simmelsdorf, Tel. 09155/3030089
  • Annika Prosch, Röthenbach, Tel. 0911/5709901
  • Matthias Frühauf,  Nürnberg, Tel. 0911/ 2397336

Auch 2015 bietet das Naturschutzzentrum Wengleinpark und die Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V. , neben den bisherigen Wochenendseminaren, die Ausbildung zum „Zertifizierten Landschafts – Obstbaumpfleger“ unter der fachkundigen Leitung des Gartenbaulehres und Gärtnermeisters Josef Weimer an.

Die Ausbildung richtet sich an Selbständige und Landwirte, sowie Beschäftigte von Forstbetrieben und Kommunen, die ein weiteres Standbein im grünen Bereich suchen. Ebenso werden aber auch Streuobstliebhaber, Mitglieder von Umweltverbänden, Gartenbauvereinen und sonstige Interessierte angesprochen.

Der nächste Lehrgang beginnt am 22.01.2015.
Näheres zur Ausbildung und einen Flyer gibt es auf der Seite Kurse.

Herbst 2013

Sehr erfreulich sind die zahlreichen Neupflanzungen durch Mitglieder und Freunde der Initiative, durch Gemeinden und auch Schulen. Immerhin über 120 Obsthochstämme (darunter 60 Auftragsveredelungen besonders seltener Sorten) wurden alleine im Herbst 2013 in unserem Landkreis gepflanzt. Besonders reizvoll ist die Neupflanzung einer klassischen Obstbaumallee durch die Hofgemeinschaft in Vorderhasslach. Es ist nur zu hoffen, dass die Bäume die notwendige Pflege erfahren, wachsen und gedeihen und reiche Früchte tragen.

Die im Rahmen des 1000 Obstbäume Projekts gepflanzten Sorten wurden in ein Register eingetragen, welches über Besitzer, Standort sowie Pflanzjahr Aufschluss gibt. Um für den Erhalt der Sortenvielfalt in der Frankenalb eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten, sollen von jeder seltenen Sorte mindestens 10 Bäume gepflanzt werden.

Von den weiteren Aktivitäten im Frühjahr 2014 werden wir auf dieser Seite berichten.

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